Lisa Florentine Schmalz

Lisa Florentine Schmalz ist Musiktheatermacherin, Kuratorin und Sängerin.

Als Gründungsmitglied des Musiktheater- und Hörspielkollektivs »staatsoper24« schafft Lisa mit ihrer Kollegin Pauline das vermeintlich Unmögliche: Sie denkt die Oper – von Inhalt über Ausbildungsbetrieb bis hin zur Arbeitsstruktur – ganzheitlich neu, weiblich* und zeitgemäß. In ihren Inszenierungen, Musiktheater-Performances, musikalischen Hörspielen und performativen Ausstellungen werden marginalisierte Stimmen empowert, es verschwimmen Genregrenzen und manchmal singt ein Kuschelhormon. Dabei nimmt Lisa zunehmend die Position der Regisseurin ein. Die Spielzeit 2025/26 umfasst Produktionen an der Staatsoper Stuttgart, sowie in der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin.

Aus dem Bedürfnis selbst zu gestalten und neue Strukturen zu schaffen, widmet sich Lisa daneben dem Kuratieren von Projekten. 2025 war sie Co-Kuratorin der Akademie Zweite Moderne der Wiener Festwochen stattfindet. Ab Sommer 2025 übernimmt Lisa die Leitung der Akademie. Seit der Spielzeit 2022/2023 hat sie zudem gemeinsam mit Anne Pretzsch die künstlerische Leitung der Nachwuchssparte des Lichthof Theaters Hamburg WE PRESENT inne, welche ab 2025 als erstes Nachwuchsfestival Hamburgs stattfinden wird. 

Als studierte Opernsängerin brachten Engagements Lisa als Sängerin und Darstellerin u. a. an die Hamburger Staatsoper, das Thalia Theater, Kampnagel, das Theater Kiel, die Junge Deutsche Oper Berlin und zum Heidelberger Frühling. Ein eigenes Album ihres Kammermusiktrios erschien 2025 bei GENUIN.

Lisa war Stipendiatin der Akademie Musiktheater heute, der Claussen-Simon-Stiftung und der Studienstiftung des deutschen Volkes.

© Vera Drebusch

CV

2022

  • Künstlerische Leitung des feministischen Musiktheater- und Hörspielkollektivs »staatsoper24«

2020 – 2021

  • Lehrgang Kuratieren in den szenischen Künsten, Paris-Lodron Universität Salzburg

2016 – 2018

  • Masterstudium Oper, Hochschule für Musik und Theater Hamburg

2011 – 2015

  • Bachelorstudium Gesang, Hochschule für Musik und Theater Hamburg & Züricher Hochschule der Künste

Bühne

Amor vincitore

Slideshow Amor vincitore

 / 1

Ein Mann, der eine Frau liebt; eine Frau, die lieber alleine bleiben möchte; ein Gott, der Pfeile verschießt; und dann: die Liebe. Auf den ersten Blick ist die Handlung des Stücks, das der jüngste Bach-Sohn Johann Christian komponierte und das 1774 nach seiner Londoner Uraufführung im Schwetzinger Schlosstheater gezeigt wurde, ganz einfach. Auf den zweiten Blick ist sie es nicht – finden zumindest Pauline Jacob und Lisa Florentine Schmalz vom Musiktheater- und Hörspielkollektiv staatsoper24, die das nahezu vergessene Stück gemeinsam mit Sebastian Bauer als Hörtheater in Szene setzen. Inspiriert von Skulpturen des Schwetzinger Schlossgartens, schauen sie spielerisch hinter die Fassade des Spiels um Alcidoro, Dalisa und Amor, fragen nach den Rollenbildern von Amor vincitore und nach der Freiheit des Begehrens. Dabei werden die frühklassischen Klänge eines Stücks, das sich gattungsmäßig zwischen zwei Stühle (nämlich Kantate und Operneinakter) setzt, auch mal mit zeitgenössischen Klang-Momenten von Patrick Schäfer kontrastiert. Gesungenes wird durch Gesprochenes ergänzt. Kostüme nehmen die Bildsprache der Skulpturen im Schlossgarten auf. Für verführerische Klänge sorgen Julia Lezhneva und Maayan Licht in zwei virtuosen Sopranpartien gemeinsam mit dem Ensemble Il Gusto Barocco unter Jörg Halubek. Mit dabei ist auch ein Projektchor mit Studierenden der Mannheimer Musikhochschule. Neben Johann Christian Bachs farbig instrumentierter Musik hört man Atem und Wind. Mag sein, dass dieser am Ende einige Götter vom Sockel gefegt haben wird. Ob der Liebesgott das Rokokotheater am Ende wohl wirklich als Sieger verlassen wird?

Schwetzinger SWR Festspiele

Premiere: 24.05.2025

Künstlerische Leitung: staatsoper24, Sebastian Bauer

Szenische Leitung: Lisa Florentine Schmalz

Musikalische Leitung: Jörg Halubek

Kostüme

Dramaturgie: Eike Mann

Komposition: Patrick Schäfer

Text: Pauline Jacob

Sopran, Dalisa: Julia Lezhneva

Sopranist, Alcidoro: Maayan Licht

Schauspielerin, Amor: Julia Riedler

It's a match

Slideshow It's a match
[Play]
[Play]
[Next]

 / 1

Eine der merkwürdigsten Ansagen, die je ein Liebender seiner Geliebten gemacht hat, ist die Forderung Lohengrins an Elsa: »Nie sollst du mich befragen«. Ist das ein Versuch, ein bedingungsloses Interesse zu finden? In den unromantischen Zeiten, in der Dating-Apps der Kennenlern-Ort Nummer 1 geworden sind, werden die Kund*innen wiederum ausgefragt, um im Profil ein Überangebot aller nur möglichen Infos über das eigene So-Sein zu präsentieren. Zwei völlig konträre Strategien, die aber ein gemeinsames Ziel verfolgen: Wie findet man die große Liebe, wer rettet einen vor der Einsamkeit, wer macht einen komplett?

In der Musiktheaterperformance IT’S A MATCH durchlaufen Sänger*innen und Publikum ein immersives Labyrinth, um den Ausweg aus der Rationalisierung zu finden. Die begehbare Oper in acht Aufzügen entpuppt sich als neo-romantische Geisterbahn, in der die Vernunft erschüttert und das Gefühl erinnert wird. Muss man alles über die geliebte Person wissen? Kann es ohne Geheimnis und Risiko überhaupt die ersehnte Spannung geben? Was, wenn die naheliegende feministische Kritik an Wagners Frageverbot zu kurz greift? Was, wenn sie in eine Sackgasse führt? Vielleicht findet sich an dem Ende dieser Sackgasse doch noch ein Ort des echten Gefühls: Der Aufzug, der Lift, der Fahrstuhl ist ein beliebter Ort der geschützten Selbstdarstellung in den Spiegeln, aber auch ein Ort der Plötzlichkeit, des schutzlosen Überrascht-Werdens, wenn die Tür sich öffnet. Das Publikum wird eingeladen, ein Teil von interaktiven sinnlichen Momenten in acht Aufzügen zu werden, zu beobachten oder sich selbst als Elsa oder Lohengrin der Jetztzeit auszuprobieren.

Kampnagel Hamburg

Premiere: 26.06.2025

Künstlerische Leitung, Regie: Kerstin Steeb

Musikalische Leitung, Komposition, Saxophon: Jana de Troyer

Komposition : Luca Sutto

Sänger*innen: Lisa Florentine Schmalz, Ferdinand Keller

Regieassistent, Cello: Jakob Boyny

Bühne und Raum: Margarethe Mast

Kostüme und Raum: Hanne Lenze-Lauch

CURLEW LOVE SONGS

Slideshow CURLEW LOVE SONGS
[Play]
[Play]
[Next]

 / 1

Der Curlew – auf Deutsch: Brachvogel – ist bekannt für seinen berührenden Gesang. Am Ufer des Curlew River ist er zuhause und singt darüber, dass ein »Übermaß« an Gefühl manchmal genau die richtige Menge ist. »Curlew Love Songs« ist ein Musiktheaterabend der vielstimmigen Geschichten über neue Möglichkeiten des Vater-Seins, die Rettung der Brachvögel und über die Liebe als gemeinschaftsstiftende Praxis. Dafür trifft Brittens »Curlew River« – komponiert für Männer- stimmen im Kirchenraum – auf ein liebevoll-nahbares Musik- theater von Cymin Samawatie für Frauenstimmen. Ausgehend von Brittens Geschichte über die Suche nach einem verlorenen Kind, begegnen wir in der rahmengebenden Uraufführung mehreren Erzählungen von Aachener:innen. Ob in klangvollen Solo-Arien, raumgreifendem Damenchor oder in Interview-O-Tönen – in ihren Geschichten träumen sie von einer radikal fürsorglichen Gesellschaft. Das künstlerische Team von mehrheitlich weiblichen Theatermacher:innen führt uns nicht nur durch den Kirchenraum, sondern auch in musikalischen Kopfhörer-Audiowalks durch die Stadt.

Theater Aachen, Citykirche
Premiere: 04.05.2024

CURLEW RIVER von Benjamin Britten und CURLEW LOVE von Cymin Samawatie (UA in kollektiver Regieteam-Arbeit)

Künstlerische Leitung: staatsoper24, Kerstin Steeb

Musikalische Leitung und Choreinstudierung: Jori Klomp

Regie: Kerstin Steeb

Co-Regie: Lisa Florentine Schmalz

Komposition: Cymin Samawatie

Libretto: Pauline Jacob

Bühne: Marie Gimpel

Co-Bühne: Hanna Naske

Kostüme: Filo Krause

Dramaturgie: Isabelle Becker, Christian Förnzler

Die mehr-als-schöne Müllerin

Slideshow Die mehr-als-schöne Müllerin
[Play]
[Play]
[Next]

 / 1

Ein Müller liebt eine Müllerin. Wenn es nur so einfach wäre.

In zeitgenössischen Filmen und Romanen – ob bei “Bridget Jones” oder “I love Dick”- werden heute endlich auch Frauenfiguren gezeigt, die das männliche Objekt ihrer Liebe begehren, ohne dass sie dafür dessen Bestätigung oder Resonanz bräuchten. Lang genug wurde diese Geschichte nur anders herum erzählt. So auch zu Zeiten der Romantik bei Wilhelm Müller und Franz Schubert: Der Müller erlebt die höchsten Höhen und tiefsten Tiefen in seiner “One-Way Beziehung” zur Müllerin.

Eines der berühmtesten Werke des Liedrepertoires wird vom renommierten Tenor Julian Prégardien gemeinsam mit Pianistin Henriette Zahn interpretiert und für das NORDLIED Festival szenisch erweitert: staatsoper24 (Lisa Florentine Schmalz & Pauline Jacob) Benjamin van Bebber und Filo Krause haben performative Intermezzi entwickelt, in denen sie die schweigende Titelheldin des Liederzyklus vielstimmig zu Wort kommen lassen.

01.09.2023 Hamburg, resonanzraum St. Pauli NORLIED Festival

Konzept: staatsoper24, Benjamin van Bebber

Text: Benjamin van Bebber

Ausstattung: Filo Krause

Tenor: Julian Prégardien

Performance: Lisa Florentine Schmalz, Alexandra Idele, Gertrud Utecht, Marla Breuker Gill

Klavier: Henriette Zahn

FÜHL ICH NICHT

Slideshow FÜHL ICH NICHT

 / 1

Das alte Ägypten wurde auf Eselrücken gebaut und der Klang einer Sopranistin soll schlank und silbrig sein. Obwohl bewiesen ist, dass Esel intelligente Tiere und Frauenstimmen hörbar tiefer geworden sind, verharren sowohl die Hörerwartungen in der Oper, als auch der Glaube, dass Esel dumm seien. Time to act. Für die installative Performance „Fühl ich nicht“ hat das feministische Musiktheaterkollektiv staatsoper24 neue Wege eingeschlagen und mit der Illustratorin Eva Dietrich eine Uraufführung komponiert — die Arie 2.0. Gemeinsam fragen sie: wann können wir die Möhre endlich Möhre sein lassen und als Frauen* so klingen, wie wir wollen?

Konzept, Performance: Lisa Florentine Schmalz

Illustration: Eva Dietrich

Archiv (Auswahl)

2025

  • WE PRESENT
  • Amor vincitore
  • Akademie Zweite Moderne
  • It's a match

2024

  • Curlew Love Songs
  • WE PRESENT
  • Kafka Kollisionen

2023

  • Die mehr-als-schöne Müllerin
  • Peter und der Wolf

2022

  • DEIN OXY
  • Fühl ich nicht
  • Nobody

Kuration

Wiener Festwochen

Wien gilt als die Hauptstadt der Moderne. Aber der große künstlerische und philosophische Umbruch um Arnold Schönberg, Sigmund Freud und Gustav Klimt war unvollständig: eurozentristisch, männlich und elitär. Die Akademie Zweite Moderne globalisiert die Moderne, macht sie feministischer und führt sie in die Gegenwart.

Bis 2028 lädt die Akademie Zweite Moderne 50 Komponistinnen* aus der ganzen Welt nach Wien ein. 10 herausragende Komponistinnen pro Jahr zeigen ihre Werke und entwickeln zusammen mit lokalen und internationalen Impulsgeber:innen Strategien der Veränderung.

Mit der Akademie Zweite Moderne im Rahmen der Wiener Festwochen | Freie Republik Wien wurde 2024 ein auf fünf Jahre angelegter kollaborativer Prozess gestartet, der das Ziel verfolgt, den Anteil der Werke von Komponistinnen im Konzert- und Musiktheaterbereich weltweit zu erhöhen. Global, vielfältig und für alle: Über 50 Vertreter:innen von Institutionen und Komponist:innen aus der ganzen Welt haben im Rahmen des Gipfeltreffens 2024 eine Deklaration für eine diversere, gendergerechtere Musikkultur erarbeitet.

Leitung: Lisa Florentine Schmalz

Gründerin, Künstlerische Kuration: Jana Beckmann

WE PRESENT

WE PRESENT lädt Nachwuchskünstler:innen ein, Arbeiten, die frei oder im Ausbildungskontext entstanden sind, im LICHTHOF Theater zu zeigen und bietet ihnen darüber hinaus ein neues Netzwerk, Zugang zur freien Szene und die Chance, sich künstlerisch weiterzuentwickeln. Gegründet von Anja Kerschkewicz und Patricia C. Mai, wird WE PRESENT aktuell von Lisa Florentine Schmalz und Anne Pretzsch kuratiert.

In der Spielzeit 2024/25 fand WE PRESENT erstmals als Festival statt: das erste Nachwuchsfestival der Freien Darstellenden Künste in Hamburg. Ob Performance, Tanz, interaktives Spiel, Stückentwicklung, transdisziplinäre Installation, partizipative Intervention oder digitale Arbeit – WE PRESENT ist offen für alle! Das Festival bietet Nachwuchskünstler:innen die Gelegenheit, erste Arbeiten im LICHTHOF Theater zu zeigen und ermöglicht ihnen den Einstieg in die Freie Szene , mit viel Zeit und Raum für Austausch und Netzwerken.  Neu ist auch die Kooperation mit dem Treibstoff Festival in Basel. Pro Spielzeit wird eine Produktion aus der Schweiz eingeladen und eine WE PRESENT Produktion wird Teil des Treibstoff Festivals in der Schweiz.

Kuration : Lisa Florentine Schmalz, Anne Pretzsch

Impressum

Lisa Florentine Schmalz

Schwalbenstraße 19

22305 Hamburg 

Kontakt

mail@staatsoper24.com

lisa.schmalz@gmx.net